21.03.2021

Mirella Hagen, Sopran | Frank-Immo Zichner, Klavier | 15:00 Uhr | 16:30 Uhr

Photo: Ronan Collett

Im Sommer 2013 gab Mirella Hagen ihr international hochgelobtes Debüt bei den Bayreuther Festspielen als Woglinde in „Rheingold“ und „Götterdämmerung“ sowie als Waldvogel „Siegfried“ (Regie: Castorf, Leitung: Petrenko). Mit dem René Jacobs unternahm sie mehrere Tourneen mit Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse“  und dem belgischen B’Rock Orchester nach Brüssel, Amsterdam, Köln und Wien und „Le nozze di Figaro“ mit dem Freiburger Barockorchester nach Korea, China, Österreich und Spanien.

Programm:

„Frühling lässt sein blaues Band …“

Lieder von Mendelssohn, Schumann, Brahms, Wolf, Thuille und Strauss

 

 

Die Sopranistin Mirella Hagen studierte in Stuttgart bei Prof. Ulrike Sonntag, mit der sie auch nach dem Studium weiterhin eng zusammenarbeitet. Ihre Diplomprüfungen Gesang und Liedgestaltung (Prof. Cornelis Witthoefft) schloss sie mit Auszeichnung und im Fach Solistenklasse mit Bestnote ab. Meisterkurse bei KS Edith Mathis, Prof. Ulf Bästlein und Charles Spencer, sowie KS Helen Donath und Helmut Deutsch ergänzten ihre Studien.

Sie wurde bereits zu Beginn ihres Studiums von der Studienstiftung des deutschen Volkes, der Yehudi Menuhin Live Music Now Stiftung und dem Richard Wagner Verband Stuttgart unterstützt. Sie war Preisträgerin bei Jugend musiziert, des Hochschulwettbewerbs, des Paula Salomon – Wettbewerbs und Finalistin des Internationalen Hugo-Wolf Wettbewerb Stuttgart und wurde mehrfach für ihre Lied-Interpretationen ausgezeichnet, u.a. mit dem Thomas Wiese Förderpreis und dem Trude Eipperle Rieger Preis und dem Förderpreis des Hugo-Wolf-Wettbewerbs in Slovenj Gradec (Slowenien).Nach ihrem Studium wurde Mirella Hagen in das Opernstudio an der Staatsoper Stuttgart engagiert und sang dort Partien wie Ännchen (Freischütz). Am Theater Regensburg war sie u.a. als Gretel (Hänsel und Gretel) zu erleben, und an der belgischen Opera Vlaanderen als Anna (Nabucco), Papagena (Die Zauberflöte) und als Knappe und Blumenmädchen (Parsifal). Weitere Engagements führten sie an die Dortmunder Oper und an die Komische Oper Berlin.

Am Staatstheater Braunschweig debütierte sie mit großem Erfolg als Adina (L’elisir d’amore) und Pamina (Die Zauberflöte), zudem als Eliza Doolittle (My Fair Lady). Des Weiteren sang sie dort Partien des lyrischen Fachs wie Gilda (Rigoletto) und Fiorella (Les Brigants) sowie die Sopranpartie im Brahms-Requiem. Im Sommer 2013 gab sie ihr international hochgelobtes Debut bei den Bayreuther Festspielen als Woglinde in „Rheingold“ und „Götterdämmerung“ sowie als Waldvogel „Siegfried“ (Regie: Castorf, Leitung: Petrenko) mit Wiedereinladung für die Festspiele 2014 und 2015.

Unter Sir Simon Rattle sang sie im April 2015 die Woglinde in den konzertanten Aufführungen des Rheingolds im Herkulessaal der Residenz in München mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Der Konzertmitschnitt ist auf CD bei BR Klassik erschienen.

Am Theater an der Wien war sie mit vielen Fachpartien zu hören. Ihr Debüt als Betty in Salieris „Falstaff“ unter der Leitung von René Jacobs, als Woglinde und Waldvogel in der Ring-Trilogie unter Constantin Trinks, als Helena (A Midsummernight’s Dream). Einen großen Erfolg konnte Mirella Hagen dort als Morgana in der Oper „Alcina“ von Händel am Theater an der Wien unter der Leitung von Stephan Gottfried mit dem Concentus Musicus Wien feiern.

Mirella Hagen debütierte in der Partie des Waldvogels (Siegfried) an der Bayerischen Staatsoper unter Kirill Petrenko und am Grand Théâtre Genève unter der Leitung von Georg Fritzsch zur Wiedereröffnung des Opernhauses.

Mit dem René Jacobs unternahm sie mehrere Tourneen mit Monteverdis „Il ritorno d’Ulisse“  und dem belgischen B’Rock Orchester nach Brüssel, Amsterdam, Köln und Wien und „Le nozze di Figaro“ mit dem Freiburger Barockorchester nach Korea, China, Österreich und Spanien.

An der belgischen Opera Vlaanderen war sie als Pamina (Die Zauberflöte) zu hören und hat mit dem belgischen Orchester B’Rock „Jauchzet Gott in allen Landen“ und „Exsultate, jubilate“ in Frankreich aufgeführt.

Im Frühjahr 2019 sang die Sopranistin an der Oper Graz die „Jahreszeiten“ von Haydn unter der Leitung von Robin Engelen. Einen weiteren Erfolg feierte sie an der Semperoper Dresden mit ihrem Debüt als Pamina (Die Zauberflöte) und in der Wiedereinladung als Gretel (Hänsel und Gretel). Die Presse betitelte Mirella Hagens Debüt mit dem Wiener Kammerorchester im Oktober 2019 als „überragend“.

Neben ihrer Operntätigkeit ist die vielseitige Künstlerin auch als Konzertsängerin gefragt. Eine enge Zusammenarbeit verband sie mit Helmuth Rilling, mit dem sie nach Korea, Polen, Mailand und Moskau reiste und beim Beethovenfest Bonn, dem Europäischen Musikfest Stuttgart, sowie der Bachwoche Stuttgart auftrat. Unter seiner Leitung sang sie das „Exsultate, Jubilate“ , den Sopran I der „c-moll Messe“ von Mozart, das „Magnificat“, geistliche Kantaten und die „Matthäuspassion“ von Bach. An der belgischen Opera Vlaanderen gestaltete Mirella Hagen auch den Sopran I in Mozarts „c-moll Messe“ unter der musikalischen Leitung von Umberto Benedetti Michelangeli. Unter Hans-Christoph Rademann sang sie die Johannes-Passion in der polnischen Philharmonie in Kattowitz und hat dieses Stück im März 2018 wieder in der Tonhalle in Zürich wieder aufgeführt.

Ein weiterer Schwerpunkt in ihrer noch jungen Laufbahn ist der Liedgesang. Zusammen mit der Pianistin Kerstin Mörk trat sie an vielen bedeutenden Liedpodien, u.a. in der Villa Wahnfried und der Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart und dem Festival Ljubljana auf. Von den zwei Musikerinnen ist 2016 die international von der Fachwelt begeistert aufgenommene Debut-CD „Mädchenherzen“ mit Liedern von Richard Strauss, Ludwig Thuille und Hugo Wolf beim Label GENUIN erschienen. Zusammen werden sie im April 2020 bei der Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart einen Liederabend in der Reihe „Der ganze Wolf“ bestreiten.

 

Frank-Immo Zichner ist ein Pianist mit einem außerordentlich breiten Repertoire. Sein künstlerisches Interesse gilt dabei nicht nur den Hauptwerken der Solo- und Kammermusikliteratur. Viele seiner CD- und Konzertprogramme enthalten Werke oft zu Unrecht vergessener Komponisten. Für einige seiner zahlreichen CD-Einspielungen wurde Frank-Immo Zichner mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik, dem Supersonic Award und dem Diapason Découverte ausgezeichnet.

Konzerte führten ihn als Pianist und Kammermusiker in über 40 Länder Europas, Südostasiens, Mittel- und Südamerikas, nach Japan und zu Festivals wie dem Schleswig-Holstein Musikfestival, den Berliner Festwochen, der Biennale Berlin, dem Bad Kissinger Musiksommer, dem Moskauer Herbst, dem Sligo Festival/Irland und dem Westfalen Classics Festival. Als Solist musizierte er u.a. mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin (DSO), dem Konzerthausorchester, dem Rundfunk-Sinfonie Orchester Berlin (RSB), der Staatskapelle Schwerin, unter der Leitung von Marek Janowski, Michail Jurowski, Michael Sanderling u.a.

Seine Ausbildung erhielt Zichner in der Meisterklasse von Prof. Dieter Zechlin (HfM „Hanns Eisler“ Berlin). Seine Förderer waren Menahem Pressler, Jakob Lateiner und György Kurtag.

Seit 2011 unterrichtet Frank-Immo Zichner an der Universität der Künste in Berlin und gründete an diesem Haus das Kammermusikzentrum der UdK.

Zuvor  unterrichtete Frank-Immo Zichner Solo-Klavier, Kammermusik und Korrepetition an den Hochschulen in Berlin, Leipzig, Rostock und Weimar. 2004 war Frank-Immo Zichner Visiting Professor an der University of Music in Bloomington (USA) in Vertretung für Menahem Pressler. Zichner gab Meisterkurse im In- und Ausland und war Jurymitglied bei Internationalen Wettbewerben.

Seit 2019 ist Frank-Immo Zichner Gastprofessor an der Chopin-Musikuniversität in Warschau.