Über uns

 

1995 wurde der Förderverein zur Kultur- und Denkmalpflege Rotta e.V. mit dem Ziel gegründet, eine Region, die nach der Wende im Jahre 1989 einen schweren wirtschaftlichen Niedergang erlitt, kulturell zu beleben. Viele Menschen wurden arbeitslos, die Aussichten auf eine Besserung der allgemeinen Lage gab es nicht. Man musste darüber nachdenken, wie eine durch den Bergbau geprägte Landschaft und Region anders, als bis dahin gewohnt, überlebt.
Im Gebiet zwischen Leipzig und Wittenberg, Delitzsch und Torgau gibt es viel Wald und, durch den Tagebau hinterlassen, viele Seen. Wenn letztere in absehbarer Zeit rekultiviert sein werden, wird hier eine bemerkenswerte Erholungsoase entstanden sein, die viele Menschen aus nah und fern anlockt.
Auch Rotta befindet sich hier, am Rande der Dübener Heide. Rotta ist eine kleine Gemeinde, bestehend aus drei kleinen Dörfern: Rotta – Reuden – Gniest. Etwas abseits vom großen Tagesgeschehen hat man manchmal den Eindruck, als sei hier die Zeit stehen geblieben, mitten in wunderschöner Natur. Es wird sogar behauptet, dass seit dem Dreißigjährigen Krieg und der Pest kein großes Ereignis mehr über Rotta gekommen sei.
Das ist natürlich maßlos übertrieben. Aber irgendetwas scheint doch etwas dran zu sein!
Hier gibt es eine kleine Barockkirche, die romanischen Ursprungs ist und ein Kleinod darstellt. Sie wurde mit viel Mühe schon vor der Wende auf Betreiben des damaligen, sehr engagierten Pfarrers erneuert und nach der Wende aufwendig restauriert. Wunderbar sind die herrlichen Bauernmalereien an Decke und Emporen, das originale Interieur, der umgebende Platz, auf dem sie steht. Der Pfarrer war auch Gründungsmitglied – darum im Vereinsnamen die Denkmalpflege. Leider hatte die Zusammenarbeit mit ihm und dem Verein keinen langen Bestand, sodass der FKDR seine Veranstaltungen aus der Kirche nehmen und woanders unterbringen musste. Nach einem kurzem Intermezzo im eigentlich gut geeigneten Saal des ehemaligen Dorfgasthauses, fand der Verein im Hotel Landgut Ochsenkopf zu Rotta ab September 1996 ein Domizil, das seinen Vorstellungen entsprach. Hier fanden ab September 1996 alle 4 Wochen Veranstaltungen für eine stetig wachsende Hörgemeinde statt, die inzwischen aus Leipzig, Halle, Delitzsch, Wittenberg, Jessen, Dessau, Eilenburg, Bad Düben, Potsdam und Berlin anreiste. Es sprach sich herum, dass man hier zu moderaten Preisen und in vertrauter feiner Atmosphäre Hochkultur erleben konnte.
Das Interesse des Publikums an den zuverlässig niveauvollen Aktivitäten – ob Konzerte, Lesungen, Ausstellungen – wuchs stetig, sodass das Fassungsvermögen des kleinen Saales im Landgut Ochsenkopf bald erschöpft war.
Um für seine Besucher das Preis- und Qualitätsniveau in jeder Beziehung zu halten, sah sich der Förderverein veranlasst, nach einer neuen und größeren Heimstatt zu suchen. So konnte im regionalen Umfeld -im Heidehotel Lubast bei Kemberg – die neue Wirkungsstätte des Vereins bezogen werden, sodass diese inzwischen hoch angesiedelte Reihe ohne Unterbrechung in geräumigerem Umfeld fortgesetzt werden kann.
Inzwischen ist das Konzept des Vereins aufgegangen. Durch Engagement, Ausdauer und Einsatz für die Menschen in der Region und den Erhalt ihrer Lebensqualität, zu der nun einmal auch das kulturelle Leben gehört, konnte im Hotel Landgut Ochsenkopf und in Weiterführung im Heidehotel Lubast ein Projekt zum besonderen Anziehungspunkt einer wirtschaftlich benachteiligten Region werden. Gäste des Projektes „Kultur, Natur
und Gastronomie“ waren und sind Sänger, Schauspieler aus Leipzig und Dresden, Instrumentalkünstler und Solisten des MDR- Sinfonieorchester Mitglieder des MDR-Chores, der MDR-Kinderchor, Musiker des Gewandhauses, der Staatsoper München und Basel und viele, viele andere. Inzwischen schlagen 240 Veranstaltungen seit 20 Jahren zu Buche, zu denen auch einige Ausstellungen der Bereiche bildende Kunst und Fotografie zählen.
Neben den regelmäßigen Veranstaltungen im Heidehotel Lubast organisierte der Verein einmal im Jahr ein Benefizkonzert für den Lionsclub in Wittenberg. Der Verein konnte zwei Sonderkonzertreihen mit insgesamt 8 Konzerten mit dem Stickstoffwerk Piesteritz in Wittenberg durchführen. Große kulturelle Höhepunkte im Südkreis Wittenbergs waren die Chorfeste von 1995/96/97/98 und 2000. Mit dabei waren Mitglieder des Rundfunkchores des MDR, des MDR-Sinfonieorchesters, das renommierteste sinfonische Blasorchester Deutschlands, das Rundfunkblasorchester Leipzig (RBO) unter Jochen Wehner und zahlreiche regionale Chöre. Der MDR-Musiksommer hat 1996 und 1998 auch in Rotta u.a. mit Peter Schreier Halt gemacht – mit größter Publikumsfrequenz. Mit dem Verein besonders eng verbunden ist Justus Frantz, der mehrfach zu Gast bei Konzerten mit Mitgliedern des MDR- Sinfonieorchesters war, die unser Verein organisierte. Zuletzt gab es mit ihm 2006 eine hervorragende Veranstaltung, die der Verein gemeinsam mit der Sparkasse Wittenberg als Sinfoniekonzert mit großartigen Solisten unter Justus Frantz´ Stabführung inszenierte.
1999 löste der Chefdirigent des MDR- Sinfonieorchesters – Fabio Luisi – den bis dahin amtierenden Schirmherrn des Vereins, Freiherrn Enoch zu Guttenberg, ab. Dieser hatte sich sehr stark für den Verein engagiert, sodass eine gute Ausgangsbasis für die Arbeit unsres Vereins geschaffen wurde. Die Zusammenarbeit wurde auf beidseitigen Wunsch und in allerbestem Einvernehmen beendet. Der Verein ist Herrn zu Guttenberg immer in Dankbarkeit verpflichtet.
Im Oktober 1999 konnte durch den engagierten Einsatz des Vereinsvorstandes, die wundervolle Unterstützung Herrn Dr. Blüthners, die Fördermittel der Lotto-Gesellschaft Sachsen-Anhalts , die Spende vom SKW Piesteritz sowie einer beachtlichen Privatspende, der neue Konzertflügel von der Fa. Blüthner erworben und in Anwesenheit es neuen Schirmherrn – Herrn Fabio Luisi – eingeweiht werden.
Da Herr Luisi im Juli 2007 seine Tätigkeit als Chefdirigent des MDR-SO beendete, um als neuer Chef die Staatskapelle Dresden zu übernehmen, mussten wir zum größten Bedauern auf beiden Seiten seine Schirmherrschaft über unseren Verein aufgeben.
Seit 2007 ist Herr Dr. Reiner Haseloff – heute Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt – neuer Schirmherr des Vereins: für uns eine große Ehre, Motivation und Verpflichtung zugleich.
Damit war ein Meilenstein gesetzt, der einer Vielseitigkeit der Programmangebote nun keine Grenzen mehr setzte.
Der enorme Zuspruch des Publikums ist für den Förderverein zur Kultur und Denkmalpflege Rotta ehrenvolle Verpflichtung, diese beliebte Veranstaltungsreihe der Dübener Heide über ihre Grenzen hinaus zu erhalten, denn selten gibt es eine solch gelungene Einheit zwischen Natur, Kultur und gepflegtem Ambiente.

Rotta, 28. Juni 2015

Erdmute Peuker Vorsitzende des Förderverein zur Kultur- und Denkmalpflege Rotta e.V.